28.10.2010-10.07.2011
Mischa Kuball realisiert mit 100 Menschen und ihren Familien aus aller Welt, die heute im Ruhrgebiet leben, eine künstlerische Arbeit, die sich der multikulturellen Wirklichkeit der Region zwischen Duisburg und Dortmund stellt. Eine Lampe wird zum Tauschobjekt. Fotografische Dokumentationen und Filme vermitteln 100 unterschiedliche Perspektiven auf die Wirklichkeit der Region, welche die Arbeit als "NEW POTT" reflektiert. mehr
Mapping the Region

Das erste gemeinsame Ausstellungsprojekt "Mapping the Region" fand während des Kulturhauptstadtjahres in 14 verschiedenen Museen und anderen Orten statt. Die Ausstellungen standen unter der kuratorischen Leitung der einzelnen RuhrKunstMuseen. Für die Museen war das Ausstellungsvorhaben "Mapping the Region" der Beginn einer langfristigen kooperativen Zusammenarbeit als Netzwerk und einer intensiven künstlerischen Auseinandersetzung mit der Region im Wandel. Eigene und fremde Perspektiven verbanden sich dabei und Probleme sowie Chancen und Potentiale wurden aufgespürt.
Der Begriff "Mapping" (deutsch, veraltet: Mappierung) bezeichnete die kartografische Herangehensweise an ein Untersuchungsfeld. "Mapping" bedeutet heute, die Netzwerke eines Raumes zu erfassen. In diesem Sinne kann es als Instrument zum "Lesen" von Landschaften und Orten verstanden werden.
Städte und Landschaften sind topografische, geografische und zugleich semiotische Räume, durch Geschichte und Gesellschaft, Identität und Beziehungsgeflechte, Natur und Kultur geprägte Räume. So kann eine Region wie das Ruhrgebiet auf unterschiedliche Weise kartografisch erfasst und "gelesen" werden: Schon die Blicke auf den Rhein-Ruhr-Atlas von "Falk" oder den Netzplan des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr machen das anschaulich.
Im künstlerischen Kontext spielen Begriffe und Methoden wie Kartografie und Mapping seit den 50er Jahren eine Rolle. In der zeitgenössischen Kunst ist das Mappen (ugsprl.) oder "mapping" eine zentrale Recherchemethode derer sich zahlreiche Künstler bedienen, die in den Ausstellungen der RKM beteiligt sein werden. Wissenschaftliche und subjektive oder künstlerische Verfahren bieten unterschiedliche Zugangsweisen. Prozesse, Beobachtungen, Messergebnisse und Erkenntnisse werden in verschiedenen Formen und Medien festgehalten oder in Prozesse eingebracht: Landkarte, Fotografie, Film, individuelle Schreibsysteme, Diagramme, Tonaufnahmen (soundscape). Auch das Unterwegssein wird heute als eigenständige Form künstlerischer Praxis vollzogen.
In der kuratorischen Verantwortung der beteiligten Häuser wurden jeweils einzelne Aspekte von Mapping behandelt und innerhalb des Netzwerkes der beteiligen Museen abgestimmt. Die Ausstellungen und Veranstaltungen verknüpfen sich zu einem ganzheitlichen wie auch vielfältigen Bild. Zusammen ergeben sie das facettenreiche Mosaik einer Region im Wandel. Sie erkunden den Natur-, Geschichts- und Kulturraum Ruhr und legen mit der künstlerischen Methode des Mapping Schnitte, in denen Potenziale und Probleme aufscheinen. In der Verschränkung von Innen- und Außenperspektive machten die 14 Projekte und Ausstellungen ein lebendiges Selbstverständnis in der Kulturmetropole Ruhr und ihrer Zukunft sichtbar und entwickelten Formen der Aneignung und der selbstbestimmten Nutzung.
Für die RuhrKunstMuseen war diese Ausstellungsreihe der Beginn einer langfristigen kooperativen Zusammenarbeit als Netzwerk, bei der die Funktion des Museums als Ort des kulturellen Gedächtnisses wie als Ort künstlerischer Produktion zum Tragen kommt. Wenn sich die RuhrKunstMuseen in ihrem ersten gemeinsamen Ausstellungsprojekt der künstlerischen Methodik des Mapping bedienen, greifen sie eine zeitgenössische Kunstpraxis auf, mit der sich die Metropole Ruhr neuartig erfassen lässt, und sich zugleich die Netzwerkstruktur der RKM wie die regionale Struktur der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 abbildet. Das Ausstellungsprojekt "Mapping" ist nach Inhalt und Struktur einzigartig und als eigener Beitrag der RuhrKunstMuseen zum Kulturhauptstadtjahr konzipiert.
























